Pepes Wischmopp – Ein Blick auf den Globus öffnet die Augen

Nach offiziellen Zahlen gibt es brutto 206 und netto 193 Staaten auf dem Globus (“brutto” deshalb, weil es einige Staaten gibt, die umstritten, nicht anerkannt oder in einen anderen Staat eingebettet sind… zieht man die ab, landet man bei netto 193… und die Zahl nehm ich jetzt mal an). Davon sind 28 Staaten in der EU organisiert, in der es z. B. eine Richtlinie zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen (kurz TPD2) gibt.

Wer in einem dieser 28 Staaten lebt ist nun seit dem 20. Mai 2016 an die dort festgelegten Reglungen gebunden. Einige Länder haben, wie es vorgesehen ist, auch schon entsprechende nationale Gesetze erlassen, die diese Richtlinie umsetzen. Einige dieser Gesetze räumen dem Handel sogar noch Übergangsfristen ein (aber nicht alle… es gibt Länder, bei denen die Händler schon im Mai vergangenen Jahres um die Lampe geflogen sind, weil sie ihre Buden für ein halbes Jahr schließen müssten… hängt mit der Meldefrist für Produkte zusammen).

Nun kommen wir zu höherer Mathematik:

193 Staaten minus 28 EU-Mitgliedsstaaten ergeben 165 Staaten, die nicht der EU angehören und die auch nicht an die TPD2 gebunden sind.

Die können lustig machen, was sie wollen und was ihnen die jeweilige Regierung gesetzlich erlaubt. Klar… es gibt unter den 165 “Rest”-Staaten einige, die gegen das Dampfen (und den Tabakkonsum) weitaus(!) restriktiver vorgehen, als die EU-Staaten… aber das sind auch nur ein paar Hand voll. Na… in den Staaten, in denen relative “Vollfreiheit” im Bezug aufs Dampfen herrscht, gibt es z. B. auch keine Meldefristen.

In der EU ist es so, dass ein Produkt sechs Monate, bevor es in den Verkehr gebracht wird, gemeldet werden muss. In Lampukistan ist das so nicht der Fall… und in Umpulumpistan, Kalaukistan und Pedisistan ist das auch nicht der Fall. Wenn da ein neues Dampfgerät auftaucht, dann darf das sofort verkloppt werden. Die weltbekannte E-Dampfgeräte-Schmiede Krumpteck hat ihren Sitz in Lampukistan. Und wenn die jetzt ihre neue Kombi aus UiStück Schnieko Akkuträger mit dem Hermelin-Verdampfer entwickeln und serienreif gemacht haben, dann teilen die das der WELT natürlich auch mit… damit sie das Dingen nicht nur in Lampukistan verkaufen können, sondern damit auch Händler aus Umpulumpistan, Kalaukistan und Pedisistan und an die hundert anderen Ländern das Dingen importieren und sofort an die Kunden verkaufen können.

In die Röhre gucken die Händler der 28 EU-Staaten. Die bekommen die Spezifikationen, melden das Dingen und warten sechs Monate, bis auch sie das verkaufen dürfen. Klar sind deren Kunden dann bockig, weil sie ja auf der Webseite der lampukischen Dampfer-Schmiede sehen können, dass es den neuen Hermelin gibt, sie ihn aber nicht legal erwerben können. Aber die lampukische Firma wäre wohl strunzdoof, wenn sie nach Fertigstellung ihrer neuen Flaggschiffe erstmal heimlich die Händler in der EU informieren würden und dann ein halbes Jahr die Dinger in der Schublade ließen, bis auch die Deppen aus der EU das Dingen vekloppen dürfen. In dem halben Jahr können sie das nämlich weltweit schon ganz gut in Bares verwandeln, selbst wenn der europäische Markt wohl zu den größten und umsatzstärksten für Dampfkam zählt. Die Welt besteht nämlich nicht größtenteils aus der EU… Tatsache!

Wenn also jetzt irgendwer fordern sollte, Dampfkram-Hersteller aus einem Nicht-EU-Land sollten doch mal ein halbes Jahr mit ihren neuesten Produkten unter der Tischplatte bleiben, damit der weltweite Verkaufsstart erst gleichzeitig mit dem in den 28 EU-Ländern beginnen kann, der denkt wohl eher, die Erde sei eine Scheibe… also so ähnlich wie ein Teller mit Tellerrand. Und der meint vielleicht auch, die Welt sei nicht nur ein Teller, sondern ein Kuchenteller… also ein sehr kleiner Teller. Nun, das ist engstirnig und auf die Idee wird wohl kein vernunftbegabter Mensch kommen.

Ebenso wird wohl kein Umpulumpe auf die Idee kommen, eine Campagne zu starten, deren Aussage (wenn auch nicht ausgesprochen) ist: “Kauf nicht beim Lampuken!*) Das führt nämlich zu Assoziationen, die noch weitaus unangenehmer sind, als das Geschwafel von “Denkmälern der Schande”.

Ich glaube, ich werde mal meine Freunde aus dem Lampuken-, Kalauken-, Pedisisen- und Umpulumpenbund ansprechen, ob wir nicht gemeinsam eine Campagne starten… hmmm… tja… na vielleicht:

Free Vaping
THINK GLOBAL & ACT UNIVERSAL

Mal schauen…

Und zum Schluss hab ich noch eine wichtige Erkenntnis:

Äpfel ≠ Birnen

 


*) Damit hier kein Missverständnis aufkommt: Diese Spitze richtet sich NICHT gegen den Titel des Artikels von Georg in seinem Blog Kraftvergeudung – “Deutsche! Wehrt euch, kauft nicht in China!
Der Titel ist nämlich mit Sicherheit eher ironisch oder sarkastisch gemeint… leider kann man in Blog-Titeln nur sehr schwer dieses Zeichen unterbingen:  😉

Wer weiß, wozu der Wischmopp dient, weiß auch wohin der Pfeil fliegen sollte…

Pepes Wischmopp – Ein Blick auf den Globus öffnet die Augen
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Ein Kommentar zu “Pepes Wischmopp – Ein Blick auf den Globus öffnet die Augen

  1. Oje, Pepe, da haste aber jemanden
    getroffen, denn nach seiner Replik zu urteilen, dem “offenen
    Brief”, erklingt’s im Bloggerwald wie ein stellvertretenes
    Heulen der Händler-Hunde. Die soll man auch nicht treten, also hör
    mal, das macht man nicht.

    Tja, so ist das mit dem
    Geschichtsbewusstsein, in die rechte Ecke will halt niemand, ganz
    gleich, was man so von sich gibt, denn das sind höchstens nur
    Meinungen oder Kommentare und die lässt man sich schließlich nicht
    verbieten, wo kämen wir dahin, und sowieso, Deutschland ist ein
    freies Land, wir lassen uns nichts verbieten, denn wir sind es, die
    verbieten. Und dass die Chinesen gefälligst den deutschen
    Verordnungen gehorchen zu haben, das muss man ihnen halt boykottmäßig
    und schmerzlich beibringen, sonst lernen sie es ja nie, diese
    Schlitzohren.

    Man, man, man, der Joey springt aber
    wirklich über jedes Stöckchen, wie’s mir scheint. Aber lustig ist
    es doch 🙂

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